100 Jahre TV Hausen PDF Drucken
Montag, 14. Mai 2007 um 16:56

100 Jahre alt und doch ein junger Verein

Von Gerhard Dubinyi

 

Brackenheim - Zum Festabend des Turnvereins Hausen, der sein 100-jähriges Bestehen feiert, kamen am Samstag über 500 Gäste. Dies sah Vereinsvorsitzender Friedemann Reiner als Zeichen, welch hoher Stellenwert der TV bei seinen nahezu 1000 Mitgliedern und der Bevölkerung besitze.

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch hielt die Festrede. Dass Wilhelm Busch einst sagte, „willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben“ passe ebenso wenig in die heutige Zeit und zum Jubiläum des TV wie Buschs Aussage „willst du nicht zu früh ins Grab, lehne jedes Amt gleich ab“. Ein funktionierendes Gemeinwesen sei ohne den ehrenamtlichen Einsatz nicht denkbar. Das Ehrenamt umfasse alle Alters- und Gesellschaftsschichten.

Doch Sportvereine bräuchten auch staatliche Unterstützung und Verlässlichkeit, „deshalb haben wir mit den Sportbünden einen Sozialpakt geschlossen. Damit können die Vereine kalkulieren, der Bund wird mit der steuerfreien Pauschale für die Übungsleiter nachziehen“.

 „Dies“, so Joachim Klotz, stellvertretender Vorsitzender des Sportkreises Heilbronn und Vorsitzender vom Turngau Heilbronn, „ist allerdings noch nicht durch“. Gurr-Hirsch warb für das Projekt Kooperation Schule und Verein als ein attraktives außerschulisches Angebot. Es biete Vereinen die Möglichkeit Mitglieder zu gewinnen. Mit dem Programm Schülermentoren im Sport könnten Ganztagesschulen ihr Angebot bereichern. Klotz führte aus, „die Vereine werden sich umstellen müssen“, denn ob die Kinder nach einem Schultag in der Ganztagsschule, „noch ‚viel Bock’ auf Sport am Abend im Verein haben, ist fraglich“. Vereinsvorsitzender Friedemann Reiner blickte auf 100 Jahre TV Hausen und resümierte, „Hausen ist nicht mehr vorstellbar ohne TV“. Heute seien von 400 Hausener Jugendlichen 300 im TV. „Gerade deshalb“, betonte er, „brauchen wir diesen Verein auch noch die nächsten 100 Jahre“.

Auch Landrat Detlef Piepenburg lobte die gute Jugendarbeit. Er zeigte sich auch beeindruckt davon, dass in dem Verein von nahezu 1000 Mitgliedern 300 unter 18 Jahren sind. Damit leiste der Verein gute Sozialarbeit, die unverzichtbar und unbezahlbar sei.

Brackenheims Bürgermeister Rolf Kieser würdigte, was im TV allein in den vergangenen zwanzig Jahren geleistet wurde. Er definierte das TV mit „Toller Verein“. Er erinnerte an die atemberaubenden Akrobatikdarbietungen der „Reinhardos“ und freute sich über die Dance Company, die mit Kondition und Rhythmus eine Augenweide sei. Er vergaß aber auch nicht die Fußballer, die zwar weit unten spielen, aber Traditionen wie das Treffen 49 Hausener Vereine aufrecht halten. Die Volleyballer sind für ihn das „Aushängeschild“ des TV. Auch für ihn ist klar: „Hausen ist ohne TV nicht vorstellbar“.

Welch hohen Stellenwert heute die 1998 von Karin Hönnige gegründete Freizeitsportgruppe Dance Company hat, zeigte sie in ihren Darbietungen, die sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zogen. Die Turner, einst tragende Säule des Vereins und seit zwei Jahren im Neuaufbau, zeigten bereits tolle Leistungen am Boden und große Sprünge über den Kasten. Die Damen der Frauengymnastik führten vor, wie früher geturnt wurde und heute geturnt wird.

Dann war da noch eine atemberaubende Darbietung von zehn ehemaligen aktiven Turnern, die sich als Bruchpiloten nicht enden wollenden Beifall erturnten. Den Schlusspunkt setzte nicht die Dance Company, sondern die „Men’s Company“, eine Männer-Gruppe des TV, die sich anschließend auch im Finale der 85 Mitwirkenden für „Sister Act“ ins Nonnengewand stürzte.

 


Die Dance Company zeigte in ihren Darbietungen eine Bandbreite ihres Könnens.